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. B E T E L N U S S  
  
 
  Die Betelnuß ist eine Palmenfrucht. Die Palme (Areca catechu) erreicht eine Höhe von 30 m, besitzt einen schlanken Stamm von 30...50 cm Durchmesser und ihre Fiederblätter sind 3-4 m lang. Die Betelpalme wird in erster Linie wegen ihrer Samen, aber auch als Zierpalme angebaut. Sie gedeiht nur in tropischen Regenwaldgebieten (Vorder- und Hinterindien, Pakistan, Sri Lanka, den Malediven, Madagaskar, Ägypten, Ostafrika, Arabien, Südchina, Taiwan, Indonesien, Malaysia, Fiji und Melanesien). Zu fast allen Palästen und Parkanlagen in Indien gehören Betelpalmenalleen.


Die Palmen können nach 10 bis 15 Jahren Früchte tragen. Gewöhnlich werden nur die reifen Früchte geerntet. Eine Palme kann 45 bis 70 Jahre Früchte tragen. Die Palme treibt bis zu drei Fruchtstände mit jeweils 150 bis 200 Früchten aus. Die bis zu 7 cm lange elliptische Frucht enthält einen 3 bis 10 g schweren, braunen, netzaderigen Samen. Diese Samen werden fälschlicherweise als Betel”nüsse” bezeichnet. Der Samen enthält mehrere Alkaloide, darunter als wirksame Substanz Arecolin und Gerbstoffe. Vor allem der Farbstoff Arecarot macht sich beim Kauen bemerkbar.


Etwa ein Viertel der Weltbevölkerung genießt regelmäßig die Inhaltsstoffe der Betelnuß. Das Betelkauen ist seit etwa 3000 Jahren von Pakistan bis zu den Philippinen, von Ozeanien bis nach Ostafrika verbreitet. Neben Alkohol, Koffein und Nikotin gehört die Betelnuß zu den vier am häufigsten gebrauchten Rausch- und Genußmitteln der Welt. Ihre anregende und leicht betäubende Wirkung auf den menschlichen Körper wird mit der des Nikotins verglichen. Die Betelnuß wird im sogenannten Betelbissen gebraucht. Der Samen wird gewöhnlich in vier Stücke geschnitten, getrocknet, in ein Blatt des Betelpfeffers gewickelt und mit etwas Catechin (Acacia catechu) und gelöschtem Kalk ausgekaut. Die Wirkung ist stark stimulierend, leicht berauschend, anregend und euphorisierend. In der indischen Volksmedizin wird die Betelnuß bei Verdauungsstörungen, als Nerventonikum und Aphrodisiakum verwendet. Die Einnahme von 8-10 Gramm Betelnußpulver kann bereits zum Tod führen!


Bis heute hat sich in Sri Lanka der Brauch erhalten, dass der Bräutigam seiner Braut beim ersten Besuch im Haus symbolisch einen Betelbissen überreicht. Es gibt auch eine Bereitung der Beteldroge, die man in Bombay, Indien, palang-tor nennt. Dies bedeutet in unserer Sprache "Hochzeitsbrecher" und diese Rauschdroge wird bei einer Heirat vom Bräutigam als Stimulans in der Hochzeitsnacht verwendet.