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. Essigbaum  
  
 
 

Essigbaum (Rhus typhina L.) wird auch Kolben-Sumach oder Hirschkolben-Sumach genannt. Der Pflanzenname Rhus leitet sich aus dem griechischen rheein = fließen ab. Die Rinde enthält nämlich einen klebrigen Saft, der nach dem Fällen des Essigbaumes reichlich ausfließt. Dieser Saft härtet nach etwa zwei Wochen zu einer harten, unlöslichen Masse aus. Diesen Vorgang erfahre ich immer wieder bei der Bearbeitung von frischem Essigbaum. Werkzeug, Drechselbank und Hände kleben widerlich.

Der Essigbaum wird bis zu 10 m hoch und ist vor allem im Osten der USA beheimatet. In Kultur wird er in Frankreich seit 1622 gehalten, in Deutschland ist er seit 1654 vertreten. Seine Blätter enthalten viel Gerbsäure und werden bis zu 50 cm lang. Der Strauch ist zweihäusig. Männliche Sträucher tragen lockere Blütenstände, die gelbgrün gefärbt sind. Weibliche Sträucher dagegen tragen kompakte, scharlachrote bis dunkelrote Blütenstände, die lange Zeit am Strauch bleiben und eine Länge von 20 cm erreichen können. Blütezeit ist Juni bis Juli. Die weiblichen Exemplare sind außergewöhnlich dekorativ mit ihrer kräftigen Rotfärbung des Laubes im Herbst. Diese Laubfärbung und die Kronentextur sind gartenarchitektonisch sehr wirkungsvoll. Die Sträucher vermehren sich expansiv durch unterirdische Triebe.

Das Kernholz hat eine ungewöhnliche, sehr dekorative gelbgrünliche Farbe. Der Unterschied zwischen Frühjahrswuchs und Herbstwuchs innerhalb der Jahresringe ist sehr markant. Das Splintholz ist cremeweiß. Das Holz ist als Laubholz sehr weich, läßt sich aber gut bearbeiten. Frisch gefälltes Holz enthält sehr wenig Feuchtigkeit.