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. Robinie  
  
 
 

Die ROBINIE (Robinia pseudoacacia L., Falsche Akazie) stammt ursprünglich aus dem Südosten der USA und ist ein Baum des kontinentalen Klimas. Sie wird in Europa seit dem 17. Jahrhundert angebaut und kam durch die Gebrüder Jean und Vespasian ROBIN im Jahre 1601 nach Frankreich. Im Jardin des Plantes in Paris war um 1900 noch eine Robinie zu sehen, die vor 1638 aus Nordamerika eingeführt wurde. In Leipzig wird 1675 die erste Robinie erwähnt. Fürst Franz war ein Liebhaber und Förderer dieses Baumes. Heute ist Robinie in ganz Europa vertreten, in Ungarn ist sie waldbildend. Die Gattung gehörte bereits zur europäischen Tertiärflora.

Der Baum wird ca. 25 Meter hoch und eignet sich besonders für minderwertige, trockene Böden, Böschungen, Schutthalden und zu Erstaufforstungen bei Rekultivierungsmaßnahmen. Er blüht im Mai und Juni mit weißen, dichten, hängenden Trauben. Diese werden 10 bis 20 cm lang und duften betörend. Die Fruchthülsen sind bis 10 cm lang. Da die Stämme selten gerade wachsen, ist ihre technische Verwendung eingeschränkt. Das Holz ist sehr wertvoll. Es ist eins der zähesten Hölzer und sehr elastisch. Durch seinen Gerbsäuregehalt (3...4%) ist es sehr dauerhaft, auch im Wasser und in der Erde. Es findet Verwendung als Parkettholz, Konstruktionsholz für starke Beanspruchung im Wasser-, Schiffs-, Erd- und Mühlenbau. Es wird für Pfähle, Masten, Werkzeugstiele, Sportgeräte und Branntweinfässer genutzt. Auch ist es ein hervorragendes Brennholz.

Robinie ist eine ausgezeichnete Bienenweide und der - vor allem in Südeuropa - daraus gewonnene "Akazienhonig" müßte eigentlich "Robinienhonig" heißen. Akazien wachsen nur in Australien, lediglich einige strauchartige Akazien kommen in Südeuropa vor. Die falsche Bezeichnung "Akazie" hält sich aber hartnäckig in ganz Europa.

Das von mir verwendete Robinienholz stammt ausnahmslos aus Dessau, vorwiegend aus dem Georgengarten. Besonders gern verarbeite ich Maserknollen, die bei manchen Robinien am unteren Teil des Stammes wachsen. Diese Maserknollen sind beulenförmig ausgebildete Ansammlungen einer Vielzahl schlafender Knospen, die auf engem Raum zusammengedrängt sind. Während der Vegetationszeit brechen sie manchmal auf und bilden kleine Äste, die in kurzer Zeit wieder absterben. Die Textur der Maserknollen ist optisch besonders attraktiv. Die Bearbeitung aber ist schwieriger als die Bearbeitung von Holz mit geradem Faserverlauf.