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. Rotzeder  
  
 
 

Die Rotzeder (juniperus virginiana) wird auch Bleistiftzeder, Virginische Zeder, Virginia pencil cedar, Eastern red cedar, Red juniper genannt und zählt zu den Zypressengewächsen. Sie stammt aus Nordamerika und wurde 1647 nach Europa eingeführt. Der Baum kann in Amerika eine Höhe von 16 m erreichen, der Stammdurchmesser 30...60 cm. Die Rinde ist sehr dünn, deshalb sind die Bäume sehr empfindlich gegen Buschfeuer. Das Kernholz hat im schnittfrischen Zustand eine charakteristische rotviolette Farbe. Das Splintholz ist cremweiß bis gelblich und verändert seine Farbe kaum. Das spezifische Gewicht beträgt etwa 0,47 g/cm³.
Die Rotzeder entwickelte sich zum Modeholz des 18. Jahrhunderts. Es wurde für Zimmertäfelungen (z.B. in der durch Erdmannsdorff erbauten Bibliothek im Schloß Sanssousi Potsdam) und hochwertige Möbel verwendet. Deshalb wurden die Bestände im Osten Nordamerikas bedenklich dezimiert. Insekten (Motten!) meiden den aromatischen Geruch dieses Holzes. Rotzeder war bis etwa 1940 das klassische Holz für Bleistifte. Die Bleistiftfirma Faber in Nürnberg versuchte im 19. Jahrhundert 80.000 Bäume anzupflanzen, um unabhängig zu werden von teueren Holzimporten aus Nordamerika. Dort werden inzwischen Telegraphenmasten, Blockhütten und Weidezäume abgerissen, um daraus Bleistifte zu fertigen. In den guten Blockflöten besteht der Keil im Mundstück aus Rotzeder, welche den charakteristischen aromatischen, bitteren Geschmack erzeugt beim Gebrauch eines neuen Instrumentes. Auf Grund seiner Homogenität und guten Bearbeitungsfähigkeit wird das Holz auch für Holzschnitte und Holzstiche verwendet. Durch Destillation wird aus dem Holz Zedernöl für die kosmetische Industrie gewonnen. Das Holz ist in der Erde sehr haltbar.

Das von mir verwendete Holz stammt von Rotzedern, die etwa 1840 im Kühnauer Park in Dessau gepflanzt wurden, eine Höhe von 18 m erreichten und zwischen 1970 und 1980 abstarben.